§ 1779 – Eignung der Person; Vorrang des ehrenamtlichen Vormunds

BGB · Bürgerliches Gesetzbuch

(1)Eine natürliche Person muss nach 1.ihren Kenntnissen und Erfahrungen,
2.ihren persönlichen Eigenschaften,
3.ihren persönlichen Verhältnissen und ihrer Vermögenslage sowie
4.ihrer Fähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den anderen an der Erziehung des Mündels beteiligten Personen
geeignet sein, die Vormundschaft so zu führen, wie es das Wohl des Mündels erfordert.
(2)Eine natürliche Person, die geeignet und bereit ist, die Vormundschaft ehrenamtlich zu führen, hat gegenüber den in § 1774 Absatz 1 Nummer 2 bis 4 genannten Vormündern Vorrang. Von ihrer Eignung ist auch dann auszugehen, wenn ein zusätzlicher Pfleger nach § 1776 bestellt wird.

Quelle: Gesetze im Internet (www.gesetze-im-internet.de), gemeinfrei gem. § 5 UrhG · aktuelle Fassung

Zitierende Gerichtsentscheidungen

  • BGH, Beschl. v. 15.09.2021 – XII ZB 231/21ECLI:DE:BGH:2021:150921BXIIZB231.21.0

    Die Bestellung eines nach § 88a SGB VIII örtlich unzuständigen Jugendamts als Amtsvormund für einen unbegleiteten ausländischen Minderjährigen ist nicht zulässig.

  • BGH, Beschl. v. 18.12.2019 – XII ZB 445/18ECLI:DE:BGH:2019:181219BXIIZB445.18.0

    Pflegeeltern sind gegen eine Entscheidung des Familiengerichts über die Auswahl des Ergänzungspflegers nicht beschwerdebefugt (Fortführung von Senatsbeschlüssen vom 25. August 1999 - XII ZB 109/98, FamRZ 2000, 219 und vom 11. September 2003 - XII ZB 30/01, FamRZ 2004, 102; im Anschluss an Senatsbeschlüsse vom 26. Juni 2013 - XII ZB 31/13, FamRZ 2013, 1380 und vom 2. Februar 2011 - XII ZB 241/09, FamRZ 2011, 552).

  • BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 30.04.2018 – 1 BvR 393/18ECLI:DE:BVerfG:2018:rk20180430.1bvr039318
  • BGH, Beschl. v. 13.09.2017 – XII ZB 497/16ECLI:DE:BGH:2017:130917BXIIZB497.16.0

    Die Bestellung eines Rechtsanwalts zum Mitvormund für einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling zur Vertretung in ausländerrechtlichen Angelegenheiten einschließlich des Asylverfahrens ist auch dann unzulässig, wenn es dem Vormund an (einschlägiger) juristischer Sachkunde fehlt (im Anschluss an Senatsbeschlüsse vom 29. Mai 2013, XII ZB 530/11, FamRZ 2013, 1206 und vom 4. Dezember 2013, XII ZB 57/13, FamRZ 2014, 472).

  • BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 30.08.2014 – 1 BvR 1409/14ECLI:DE:BVerfG:2014:rk20140830.1bvr140914
  • BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss v. 27.08.2014 – 1 BvR 1467/14ECLI:DE:BVerfG:2014:rk20140827.1bvr146714
  • BVerfG, Beschl. v. 24.06.2014 – 1 BvR 2926/13ECLI:DE:BVerfG:2014:rs20140624.1bvr292613

    1. Der Schutz der Familie nach Art. 6 Abs. 1 GG schließt familiäre Bindungen zwischen nahen Verwandten ein, insbesondere zwischen Großeltern und ihrem Enkelkind. 2. Der grundrechtliche Schutz umfasst das Recht naher Verwandter, bei der Entscheidung über die Auswahl eines Vormunds oder Ergänzungspflegers in Betracht gezogen zu werden. Ihnen kommt der Vorrang gegenüber nicht verwandten Personen zu, sofern nicht im Einzelfall konkrete Erkenntnisse darüber bestehen, dass dem Wohl des Kindes durch die Auswahl einer dritten Person besser gedient ist. 3. Das Bundesverfassungsgericht überprüft die Auswahlentscheidung nach § 1779 BGB entsprechend allgemeinen Grundsätzen darauf, ob sie Auslegungsfehler erkennen lässt, die auf einer grundsätzlich unrichtigen Auffassung von der Bedeutung des Grundrechts naher Verwandter beruhen.

  • BGH, Beschl. v. 26.06.2013 – XII ZB 31/13

    1. Das Recht der Großeltern auf Beachtung ihrer nahen Verwandtenstellung bei der Auswahl des Vormunds umfasst grundsätzlich nicht die Beschwerdeberechtigung nach § 59 Abs. 1 FamFG (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 2. Februar 2011, XII ZB 241/09, FamRZ 2011, 552). 2. Die Großeltern sind jedoch befugt, gegen die Entscheidung des Rechtspflegers Erinnerung einzulegen, so dass dieser ihr entweder abzuhelfen oder die Erinnerung dem Richter vorzulegen hat.

  • BVerfG, Stattgebender Kammerbeschluss v. 08.03.2012 – 1 BvR 206/12ECLI:DE:BVerfG:2012:rk20120308.1bvr020612

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