(Fundstelle: BGBl. I 2015, 2328;bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)
Anforderung Vorstufenpflanzgut der Klasse Basispflanzgut der Klasse Zertifiziertes Pflanzgut der Klasse
PBTC PB S SE E A B
1 2 3 4 5 6 7 8
1 Fremdbesatz
Die Anzahl der Pflanzen, die nicht hinreichend sortenecht sind oder einer anderen Sorte zugehören, darf je Hektar höchstens betragen: 0 2 2 4 8 16 16
2 Fehlstellen
Die Anzahl der Fehlstellen darf auf 100 Pflanzstellen höchstens betragen: 15 15 20 20 20
3 Krankheiten
3.1 Der Anteil der Pflanzen, die von folgenden Krankheiten befallen sind, darf im Durchschnitt von mindestens 5 Auszählungen je 100 Pflanzen höchstens betragen:
3.1.1 Schwarzbeinigkeit (Pectobacterium spp., Dickeya spp.);als schwarzbeinige Pflanze gilt auch jede Stelle, an der Knollen oder Kraut von schwarzbeinigen Pflanzen liegengeblieben sind 0 0 0,1 0,4 0,6 1,0 1,2
3.1.2 Candidatus Liberibacter solanacearum Lieftinget al. (Zebra-Chip) 0 0 0 0 0 0 0
3.1.3 Candidatus Phytoplasma solani Quaglino et al. (Stolbur) 0 0 0 0 0 0 0
3.1.4 Viruskrankheiten (Anzeichen des Befalls mit Mosaikvirus und Blattrollvirus); als viruskranke Pflanze gilt, außer im Fall des § 9 Absatz 3 auch der Nachwuchs nicht entfernter Knollen herausgereinigter Pflanzen sowie jede Stelle, an der Knollen oder Kraut von solchen Pflanzen liegengeblieben sind 0 0,1 0,2 0,4 0,6 1,0 2,0
3.1.5 Potato spindle tuber viroid (PSTVd) 0 0 0 0 0 0 0
____________
3.2(weggefallen)
4Schadorganismen
4.1Quarantäneschadorganismen
4.1.1Der Feldbestand darf nicht mit Bakterieller Ringfäule, Schleimkrankheit und nicht mit Kartoffelkrebs befallen sein.
4.1.2Der Feldbestand darf keinen Befall der Vermehrungsfläche mit Kartoffelnematoden erkennen lassen.
4.2RNQPsDie unter den Nummern 3.1.1 bis 3.1.5 aufgeführten Krankheiten sind RNQPs.Für die nachfolgend genannten RNQPs gelten folgende zusätzliche Anforderungen (entsprechend Anhang V Teil F der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072):
4.2.1RNQP nach Nummer 3.1.2: a)Das Pflanzgut muss in Gebieten erzeugt werden, die bekanntermaßen frei von Candidatus Liberibacter solanacearum sind; einem möglichen Auftreten von Vektoren ist dabei Rechnung zu tragen oder
b)bei amtlichen Feldbesichtigungen der Vermehrungsflächen wurden seit Beginn der letzten abgeschlossenen Vegetationsperiode keine Symptome von Candidatus Liberibacter solanacearum festgestellt.
4.2.2RNQP nach Nummer 3.1.3: a)Bei amtlichen Feldbesichtigungen der Vermehrungsflächen wurden seit Beginn der letzten abgeschlossenen Vegetationsperiode keine Symptome von Candidatus Phytoplasma solani festgestellt oder
b)alle Pflanzen, die Anzeichen eines Befalls mit Candidatus Phytoplasma solani aufweisen, müssen inklusive ihres Knollenanhangs von der Vermehrungsfläche entfernt und vernichtet werden und Knollen einer betroffenen Pflanzgutpartie müssen daraufhin amtlich geprüft werden, dass sie keine Anzeichen eines Befalls mit Candidatus Phytoplasma solani aufweisen.
4.2.3RNQP nach Nummer 3.1.5:Sobald Symptome auf einen Befall hindeuten, müssen Knollen der betroffenen Partien amtlichen Nacherntetests unterzogen und als frei von PSTVd befunden werden.
5Abgrenzung Der Feldbestand muss von allen anderen Kartoffelbeständen ausreichend abgegrenzt sein.
6Beeinträchtigung des Feldbestandes durch viruskranke Nachbarbestände Der Feldbestand muss von benachbarten Beständen oder Vorgewenden, die mit Viruskrankheiten befallen sind, so weit entfernt sein, dass der Feldbestand nicht infiziert werden kann; dies gilt nicht, wenn zu erwarten ist, dass bei einer anzuordnenden Prüfung des Pflanzgutes auf Viruskrankheiten keine Überschreitung des zulässigen Besatzes mit viruskranken Knollen festgestellt wird.
Bestehen bei Vorstufenpflanzgut nach der Feldbesichtigung Zweifel über das Vorliegen der Anforderungen nach den Nummern 1 oder 3, ist eine Laboruntersuchung des Laubes durchzuführen.
Quelle: Gesetze im Internet (www.gesetze-im-internet.de), gemeinfrei gem. § 5 UrhG · aktuelle Fassung
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