§ 397 – Fragerecht der Parteien
ZPO · Zivilprozessordnung
Quelle: Gesetze im Internet (www.gesetze-im-internet.de), gemeinfrei gem. § 5 UrhG · aktuelle Fassung
Zitierende Gerichtsentscheidungen
- BFH, Beschl. v. 23.01.2026 – X B 7/25ECLI:DE:BFH:2026:B.230126.XB7.25.0
1. NV: Der Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme ist verletzt, wenn der Tatrichter einen Zeugen zwar vernimmt, sich im Urteil aber entscheidend auf Aussagen des Zeugen stützt, die lediglich in einer Urkunde über eine frühere behördliche Vernehmung des Zeugen enthalten sind, vom Zeugen in seiner persönlichen Vernehmung jedoch nicht wiederholt wurden und die das Gericht dem Zeugen auch nicht vorgehalten hat. 2. NV: Die §§ 396, 397 der Zivilprozessordnung enthalten bindende Vorgaben für den Ablauf einer Zeugenvernehmung. Danach beginnt die Vernehmung zur Sache mit einer zusammenhängenden Aussage des Zeugen. Etwa erforderliche Fragen werden zunächst vom Vorsitzenden, anschließend von den beisitzenden Richtern und erst zum Schluss von den Beteiligten und ihren Vertretern gestellt. Mit diesen Vorgaben ist es nicht vereinbar, die Durchführung der gesamten Vernehmung dem Vertreter eines Beteiligten zu überlassen.
- BSG, Beschl. v. 07.10.2025 – B 5 R 71/25 BECLI:DE:BSG:2025:071025BB5R7125B0
- BSG, Beschl. v. 23.07.2025 – B 5 R 51/25 BECLI:DE:BSG:2025:230725BB5R5125B0
- BSG, Beschl. v. 02.10.2024 – B 5 R 11/24 BECLI:DE:BSG:2024:021024BB5R1124B0
- BSG, Beschl. v. 19.09.2024 – B 9 SB 14/24 BECLI:DE:BSG:2024:190924BB9SB1424B0
- BGH, Beschl. v. 13.12.2023 – XII ZB 550/21ECLI:DE:BGH:2023:131223BXIIZB550.21.0
1. In einem Verfahren mit Anwaltszwang muss ein Beteiligter alles ihm Mögliche und Zumutbare unternehmen, um das Gericht rechtzeitig vor Erlass eines zweiten Versäumnisbeschlusses darüber zu informieren, dass er keinen zur Vertretung bereiten Rechtsanwalt gefunden hat (Fortführung von BGH, Urteil vom 24. September 2015 - IX ZR 207/14, NJW-RR 2016, 60; BGH, Urteil vom 25. November 2008 - VI ZR 317/07, NJW 2009, 687; BGH, Urteil vom 22. März 2007 - IX ZR 100/06, NJW 2007, 2047 und BGH, Urteil vom 3. November 2005 - I ZR 53/05, NJW 2006, 448). 2. In einem Verfahren mit Anwaltszwang zwingt die Erkrankung eines Beteiligten das Gericht nicht zu einer Terminsverlegung, wenn nicht gewichtige Gründe die persönliche Anwesenheit des Beteiligten erfordern. Der Beteiligte hat die gewichtigen Gründe substantiiert vorzutragen (Anschluss an BGH Urteil vom 14. September 2023 - IX ZR 219/22, juris).
- BSG, Beschl. v. 24.10.2023 – B 5 R 93/23 BECLI:DE:BSG:2023:241023BB5R9323B0
- BSG, Beschl. v. 20.10.2023 – B 1 KR 33/22 BECLI:DE:BSG:2023:201023BB1KR3322B0
- BSG, Beschl. v. 18.10.2023 – B 9 V 9/23 BECLI:DE:BSG:2023:181023BB9V923B0
- BGH, Beschl. v. 28.09.2023 – V ZR 3/23ECLI:DE:BGH:2023:280923BVZR3.23.0
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