Art. 94
GG · Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Quelle: Gesetze im Internet (www.gesetze-im-internet.de), gemeinfrei gem. § 5 UrhG · aktuelle Fassung
Zitierende Gerichtsentscheidungen
- BVerwG, Urt. v. 15.10.2025 – 6 C 5.24ECLI:DE:BVerwG:2025:151025U6C5.24.0
1. Der den Rundfunkbeitrag rechtfertigende individuelle Vorteil liegt in der Möglichkeit, ein den Anforderungen des klassischen Funktionsauftrags entsprechend ausgestaltetes Programm der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten empfangen zu können (im Anschluss an BVerfG, Urteil vom 18. Juli 2018 - 1 BvR 1675/16 u. a. - BVerfGE 149, 222, Rn. 81 sowie Kammerbeschlüsse vom 24. April 2023 - 1 BvR 601/23 - NVwZ 2024, 55 Rn. 9 und vom 17. Juni 2025 - 1 BvR 622/24 - K&R 2025, 484 Rn. 13). 2. Die einfachrechtliche Ausgestaltung der Beitragspflicht aus § 2 Abs. 1 RBStV enthält keinen Konnex zwischen Beitragspflicht und Programmqualität, der es ermöglicht, der Zahlungspflicht eine Schlecht- oder Nichterfüllung der programmlichen Anforderungen des Funktionsauftrags entgegenzuhalten. 3. Der durch die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Wege einer Vorzugslast ausgelöste Konnex zwischen Beitragspflicht und Vorteilhaftigkeit des Programmangebots findet seine Verankerung allein in der sachlichen Rechtfertigung der Beitragspflicht des § 2 Abs. 1 RBStV auf verfassungsrechtlicher Ebene. Die Erhebung des Rundfunkbeitrags steht aber erst dann mit Verfassungsrecht nicht mehr im Einklang, wenn das Gesamtprogrammangebot der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Anforderungen an die gegenständliche und meinungsmäßige Vielfalt und Ausgewogenheit über einen längeren Zeitraum gröblich verfehlt. 4. Diese materiell-verfassungsrechtliche Schwelle schlägt sich in den Anforderungen nieder, die an einen substantiierten, die gerichtliche Aufklärungspflicht aus § 86 Abs. 1 VwGO auslösenden, klägerischen Vortrag zu stellen sind.
- BAG, Urt. v. 25.06.2025 – 4 AZR 275/24 (F)ECLI:DE:BAG:2025:250625.U.4AZR275.24F.0
- BVerfG, Ablehnung einstweilige Anordnung v. 26.03.2025 – 2 BvQ 20/25ECLI:DE:BVerfG:2025:qk20250326.2bvq002025
- BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 17.02.2025 – 2 BvR 490/18ECLI:DE:BVerfG:2025:rk20250217.2bvr049018
- BVerfG, Beschl. v. 22.01.2025 – 2 BvC 3/25ECLI:DE:BVerfG:2025:cs20250122.2bvc000325
- BAG, Urt. v. 21.03.2024 – 6 AZR 45/23ECLI:DE:BAG:2024:210324.U.6AZR45.23.0
Verletzt ein letztinstanzliches Gericht seine Vorlagepflicht nach Art. 267 Abs. 3 AEUV an den Gerichtshof der Europäischen Union, liegt kein Besetzungsmangel iSd. § 579 Abs. 1 Nr. 1 ZPO vor. Eine Nichtigkeitsklage ist in diesen Fällen nicht statthaft.
- BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 14.12.2022 – 1 BvR 1213/22ECLI:DE:BVerfG:2022:rk20221214.1bvr121322
- BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 21.07.2022 – 1 BvR 1147/22ECLI:DE:BVerfG:2022:rk20220721.1bvr114722
- BVerfG, Beschl. v. 08.10.2021 – 2 BvC 14/20ECLI:DE:BVerfG:2021:cs20211008.2bvc001420
- BSG, Urt. v. 07.05.2019 – B 2 U 30/17 RECLI:DE:BSG:2019:070519UB2U3017R0
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