§ 317 – Urteilszustellung und -ausfertigung
ZPO · Zivilprozessordnung
Quelle: Gesetze im Internet (www.gesetze-im-internet.de), gemeinfrei gem. § 5 UrhG · aktuelle Fassung
Zitierende Gerichtsentscheidungen
- BSG, Beschl. v. 08.07.2025 – B 11 AL 5/25 BECLI:DE:BSG:2025:080725BB11AL525B0
- BGH, Beschl. v. 23.10.2024 – III ZB 84/24ECLI:DE:BGH:2024:231024BIIIZB84.24.0
- BGH, Beschl. v. 25.06.2024 – VIII ZB 13/24ECLI:DE:BGH:2024:250624BVIIIZB13.24.0
- BGH, Beschl. v. 05.06.2024 – XII ZB 493/22ECLI:DE:BGH:2024:050624BXIIZB493.22.0
1. Nur wesentliche Abweichungen zwischen Urschrift und zugestellter Ausfertigung führen zur Unwirksamkeit der Zustellung. Wesentlich sind Abweichungen, die die Entschließung über die Einlegung eines Rechtsmittels beeinflussen können (im Anschluss an Senatsbeschlüsse vom 6. März 2024 - XII ZB 408/23, MDR 2024, 731 und vom 29. November 2006 - XII ZB 194/05, FamRZ 2007, 372; BGH Beschluss vom 24. Mai 2006 - IV ZB 47/05, NJW-RR 2006, 1570). 2. Zum (hier verneinten) Verschulden eines Rechtsanwalts, der darauf vertraut, dass für den Beginn der Beschwerdefrist erst eine zweite Beschlusszustellung maßgebend ist. 3. Urteilsersetzende Beschlüsse in Ehe- und Familienstreitsachen sind gemäß § 113 Abs. 1 FamFG i.V.m. § 311 Abs. 2 ZPO zu verkünden. Der Nachweis für die erfolgte Verkündung kann nach § 113 Abs. 1 FamFG i.V.m. §§ 165 Satz 1, 160 Abs. 3 Nr. 7 ZPO nur durch das Protokoll geführt werden (im Anschluss an Senatsbeschluss vom 13. Juni 2012 - XII ZB 592/11, FamRZ 2012, 1287).
- BGH, Beschl. v. 08.08.2023 – VIII ZA 17/22ECLI:DE:BGH:2023:080823BVIIIZA17.22.0
- BGH, Beschl. v. 18.07.2023 – VIII ZB 14/23ECLI:DE:BGH:2023:180723BVIIIZB14.23.0
- BGH, Beschl. v. 04.07.2023 – VIII ZB 25/23ECLI:DE:BGH:2023:040723BVIIIZB25.23.0
- BGH, Beschl. v. 13.06.2023 – VIII ZB 6/23ECLI:DE:BGH:2023:130623BVIIIZB6.23.0
- BAG, Urt. v. 09.05.2023 – 3 AZR 280/22ECLI:DE:BAG:2023:090523.U.3AZR280.22.0
Entspricht die zugestellte Urteilsabschrift in weiten und maßgeblichen Teilen nicht dem von den Richtern unterschriebenen Urteil, leidet sie an schweren, nicht mehr korrigierbaren Mängeln und ist von Amts wegen aufzuheben.
- BGH, Urt. v. 11.02.2022 – V ZR 15/21ECLI:DE:BGH:2022:110222UVZR15.21.0
Wird einer Partei entgegen § 317 Abs. 1 Satz 1, § 169 Abs. 2 Satz 1 ZPO statt einer beglaubigten Abschrift lediglich eine einfache Abschrift des Urteils zugestellt, wird der darin liegende Zustellungsmangel geheilt, wenn keine Zweifel an der Authentizität und Amtlichkeit der Abschrift bestehen. Das ist jedenfalls bei einer Übermittlung der Urteilsabschrift an das besondere elektronische Anwaltspostfach des Rechtsanwaltes der Partei anzunehmen.
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